gelöst Röhrenmodelle die 88-146 MHz können?

bena

Fleissiges Mitglied
Member
Landesflagge
Hallo alle zusammen,
Ich habe die Frage an alle, ob jemand Röhrenmodelle kennt, die HF tauglich sind. Habe verschiedene ausprobiert (Koren usw.) , leider machen die Modelle oberhalb von 5 MHz schlapp.
Bei der Suche hab ich in einem Forum gelesen, dass diese Modelle alle von den Audio-Verstärker-Konstrukteuren sind, und daher kein Wert auf HF gelegt wurde. Für HF müssten die parallel Kapazitäten
zusätzlich eingetragen werden.--- Das kann ich nicht nachvollziehen, Kapazitäten begrenzen den oberen Frequenzgang, wenn sie nicht da sind, können sie auch nichts bewirken. Wo liegt also der
Knackpunkt für die schnellen Frequenzen? Ich hätte Spass daran mal einen komplettden 2m Empfänger mit Röhren zu realisieren.

Vielen Dank im voraus, für´s nachdenken und Grüße aus Hildesheim vom Bernd
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Bernd,
bei der DDR Armee war ich bei den Raketeneinheiten.
Wir hatten mit russischer Technik zu tun, die alle noch Röhren im Einsatz hatte, feinste Miniaturröhren.
Da gab es eine Start-Leitstation mit Radar. Das ganze Zeug ist für HF Technik. Ich mache Dir da Hoffnung,
daß Du da etwas findest.
Aber bau doch Versuchsschaltungen, mit HF Generator und Oszi.
Dann weißt Du genau, welche Röhren taugen und wirst sicher total begeistert sein über die Ergebnisse.
Hier ist noch ein Link:
Beste Grüße!
 
welche Röhren taugen
Danke Pippig, genau das ist mein Problem. Bin jetzt fast 74, in einem meiner frühren Leben war ich Radio und Fernsehtechniker. In meiner Jugend hab ich viele "Dampfradios" und Röhren Fernseher repariert. Ich kenne also viele Röhren und bin mit der Schaltungstechnik vertraut, wenns auch lange her ist. 17 Jahre habe ich alle Produkte einer Hochfrequenz Firma repariert und abgeglichen. TV Umsetzer, Füllsender, UKW Umsetzer und alles für´s Kabelfernsehen also Breitband Leistungsverstärker. Ich habe alle gängigen Röhrentypen von Koren und Ayumi ausprobiert. Ob es nun die ECC85 oder die EF86 oder andere waren. Die ECC85 ist ja in vielen UKW Tunern gewesen, bei LTspice ist bei 1 oder 2 MHz Ende. Auch die bei Funkamateuren beliebten amerikanischen Röhrenmodelle können in LTspice keine HF.
Ich habe mir geholfen die Röhrendaten als Direktive ins Schaltbild zu schreiben. dort habe ich dann die Kapazitäten A/G A/K G/K auf 0 gesetzt. Dann hatten die Röhren überhaupt keinen Frequenzgang mehr. Ich konnte dann zwar über 100 MHz verstärken, das sind dann aber keine realistische Ergebnisse. Die Kapazitäten stimmen fast mit den Röhrendatenbüchern überein, dass ist ja Fabrikatsabhängig. Also an falschen Kapazitäten liegt es nicht. Die LZspice Tube Modelle sind wohl von Liebhabern von Audioverstärkern erstellt worden. Da wurde wohl nicht oberhalb 20kHz kalkuliert. Da es bei Transistoren im HF Bereich recht realistisch zu geht, müsste es auch bei Röhren möglich sein. Ich hoffe also auf jemanden, der entweder HF taugliche Tube Modelle hat, oder jemand der sich mit den Parametern so auskennt, dass er es mir an einem Beispiel zeigen kann, welche Parameter zu ändern wären. Ich würde gern die klassischen Audion und Pendler Schaltungen zum Nachbau mit moderneren Röhren aufbereiten. (RVP200 gibt es ja wirklich nicht mehr) Im abgeschirmten Gehäuse mit Vorstufe braucht man sicher wegen Störstrahlung keine Bedenken haben.
Ferner würde ich gerne einen 2m Röhrensuper realisieren. Wenn auch Mittelwelle so ziehmlich tot ist, auf Kurzwelle tut sich ja noch was. Also im Mittelwellen Bereich habe ich schon Audion zum laufen gebracht mit LTspice, aber auf Kurzwelle bei 3,5 bis 28 MHz läuft mit diesen Tube Modellen nichts.
Gruß aus Hildesheim vom Bernd
 
Hallo UBo, danke, dass du dich interessierst. Ich verwende die Ayumi und die Koren Modelle. Die ECC88 bzw. E88CC wurde in UHF Kanalverstärkern eingesetzt. Wie man auf den screenshots sieht, geht die Verstärkung
bei HF in den Keller. Gruß Bernd
 

Anhänge

  • 260130ECC88Korentube.asc
    1,6 KB · Aufrufe: 1
  • 260130ECC88Ajumitube.asc
    2,4 KB · Aufrufe: 3
  • #ayumi_tubes.zip
    266,7 KB · Aufrufe: 0
  • #Korentube.zip
    9 KB · Aufrufe: 0
  • 260130ECC88AyumiAC2.jpg
    260130ECC88AyumiAC2.jpg
    116,7 KB · Aufrufe: 4
  • 260130ECC88KorenAC.jpg
    260130ECC88KorenAC.jpg
    76,5 KB · Aufrufe: 4
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Bernd, ich merke schon, Du willst simulieren. Im Internet gibt es etliche Bauvorschläge mit Röhren für 2m Empfänger.
Das mit den Röhren Modellen kann Dir Andre Adrian aus Deutschland sagen, DL1ADR. Er hat auch eine website, macht Röhrenmodelle selbst.
Vielleicht hat auch er Interesse daran und arbeitet etwas aus?
Die Koren Modelle weichen stark von der Realität ab. Beste Grüße von Pippig
 
... Wie man auf den screenshots sieht, geht die Verstärkung bei HF in den Keller...
Hallo Bernd,
die Datei 260130ECC88Ajumitube.asc habe ich mal angeschaut:

Du speist 1 mV (-60 dB) am Gitter ein und an der Anode beträgt der Pegel bei 150 MHz noch -49,5 dB, also 10,5 dB höher als am Gitter.
Das ist noch kein "Keller", sondern mindestens 1. OG.

Die Frequenzabhängigkeit wird nur von den drei Kapazitäten verursacht.

Bernhard
 
Hallo Bernhard, du hast recht. Ich habe zu viel erwartet angesichts dessen, dass im Audio Bereich wesentlich höhere Verstärkung erzeugt wird.
10 dB ist sicher schon brauchbar. Ich hatte ja schon mal die Kapazitäten auf 0 gesetzt. So starken Frequenzgang hatte ich nicht erwartet, sind es doch bei 1MHz
noch 30 dB Verstärkung und bei 144 MHz 20 dB weniger. Ich hatte ja in allen möglichen Datenblättern gesucht, aber keinen Frequenzgang gefunden.
Also kein Problem mehr, damit muss ich also leben. Danke man ist nie zu alt um zu lernen.
Gruß Bernd
 
Hallo Bernd,

wenn ich alle drei Kapazitäten im Röhrenmodell auf "0" setze, ist die Verstärkung von 1 MHz bis weit über 10 GHz konstant bei 27,5 dB.

Der Vorteil von Röhren, sie haben keine Speicherzeit. Die Kapazitäten sind dafür aber besonders störend:

Im Vergleich mit Transistoren arbeiten Röhren mit höheren Spannungsamplituden und geringeren Stromamplituden, die Signalwege sind also wesentlich hochohmiger. Und dort stören Kapazitäten umso mehr.

Bei HF-Schaltungen verwendet man deshalb oft die Gitterbasis-Schaltung und zusätzlich eine Kompensationsschaltung, bei der ein kleiner Teil des Ausgangssignals phasenrichtig auf den Eingang zurück gekoppelt wird. Aber nur so viel, dass die Schaltung nicht schwingt.

Bernhard
 
Hallo Bernhard,
ja die Kapazitäten auf 0 setzen hatte ich auch ausprobiert, der Frequenzgang ist dann kompl. weg, d.h. ganz gerade. aber das ist ja fern der Realität.
Mein Fehler war, dass ich mir einen so starken Abfall der Verstärkung nicht vorstellen konnte, hab gedacht da ist was falsch. Habe dank dem Forum
wieder was gelernt. Danke und Gruß Bernd
 

Benutzer welche diesen Thread betrachten (Mitglieder: 0, Gäste: 0)

Wer hat diesen Thread gelesen

Zurück
Oben