Hallo,
zunächst geht es darum, den vom PMT-Hersteller spezifizierten max. Anodenstrom von 100 µA nicht zu überschreiten. Es besteht die Gefahr, dass der PMT blind wird, nicht plötzlich und sofort, aber auf längere Sicht.
Der jetzt von mir verwendete PMT liefert erheblich höhere Spannungen als üblich. Drum waren die beiden PMT-Adapter, die als Open-Hardware zur Verfügung standen, überfordert. Als ersten Lösungsansatz hatte ich den internen Lastwiderstand reduziert, musste dann aber erkennen, dass ich damit den max. Anodenstrom vielfach überschritten hatte.
Das erste Problem, das sich mir nun auftut, ist: Wie messe ich den Anodenstrom am realen Objekt „richtig“?
Mit der Messung vom 16.07.2025 (siehe erster Puls in Beitrag #32) hatte ich gedacht, den Anodenstrom erfasst zu haben. Es war keine externe Last angeschlossen, die Spannungsmessung erfolgte um den internen Lastwiderstand (330 kOhm), den ich so als Shunt zu Nutzen dachte. Da das HV-Netzteil von einem Akku versorgt war, kann es auch keine Verbindung zur Masse des Oszilloskops gegeben haben.
Die beiden Messungen vom 23.07.2025 erfolgten mit externer Last (nicht einer der PMT-Adapter, sondern nur ein einfacher Widerstand). Auch wenn die Zeitachse verdoppelt ist, die Pulse unterscheiden sich nicht wesentlich zum 16.07.2025.
Nun scheint es mir, als müsste der Anodenpuls auf jeden Fall schneller abklingen. Sind denn wenigstens die max. Amplituden meiner Messungen einigermaßen plausibel?
Im nächsten Schritt würde ich dann versuchen wollen einen einigermaßen plausiblen Anodenpuls in LTspice nachzubilden. Wenn ich aber in LTspice die max. Amplitude meines Anodenpulses vorgeben muss, dann kann dieser nicht mehr auf die angeschlossene Last reagieren. Es scheint mir aber, das er auf die Last reagiert.
Hier noch ein paar Informationen zur Auswertesoftware (Theremino MCA):
Ein übersteuerter Puls wird verworfen. Eine 1 V-Amplitude kann max. als eine Energie von 10476 keV interpretiert werden. Energien über 3200 keV (entspräche einer Amplitude von 305 mV) sind üblicherweise zu gering und verrauscht um daraus Informationen gewinnen zu können. Mit der Software lassen sich die digitalisierten Pulse verstärken oder abschwächen und die Energie-Achse lässt sich stauchen um nur die interessierenden Bereiche darzustellen.
Für den Anodenpuls bedeutet das, das die Ereignisse mit hoher Energie unter 100 µA liegen müssen, die interessierenden Pulse liegen dann aber nur unter 30,5 µA.
Gruß Andreas